Netzplantechnik, Meilensteine Aufgaben, Phasen, Bedeutung

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Netzplantechnik und Meilensteine

In diesem Beitrag erhalten Sie mehr Informationen zur Netzplantechnik und Meilensteinen im Projektmanagement.

Insbesondere zu Aufgaben, Phasen und der Bedeutung von Meilensteinen.

Definition

Die Netzplantechnik ist eines der wichtigsten Gebiete des Operation Research.

Unterschiedliche Methoden dieser Technik werden bei Projekt- und Produktionsplanungen sowie bei Projekt- und Produktionsdurchführungen angewendet.

Die charakteristische Eigenschaft der Netzplantechnik ist, dass Zusammenhänge zwischen Projektteilen systematisch und lückenlos dargestellt werden können.

Die Netzplantechnik umfasst alle Methoden der Durchführungsplanung und Durchführungskontrolle von Projekten auf der Grundlage von Netzplänen.

Die Durchführungsplanung ist die Planung zur Realisierung eines Projektes.

Dies betrifft besonders die Planung des Ablaufs der einzelnen Realisierungsmaßnahmen, von der Terminplanung über die Planung des Arbeitskräfte- und Betriebsmitteleinsatzes wie auch der Planung der Kosten für die Projektrealisierung bis hin zum Zeit- und Selbstmanagement.

Ein Netzplan ist ein Graph, der die zur Realisierung eines Projektes wesentlichen Vorgänge, insbesondere zeitbeanspruchende, auf die Realisierung des jeweiligen Projektes gerichtete Tätigkeiten und Ereignisse sowie deren Abhängigkeiten untereinander aufzeigt

Mit dem Begriff Ereignis ist dabei ein definierter Zustand im Rahmen der Projektarbeit gemeint.

Aufgaben und Phasen

Die Aufgaben der Netzplantechnik sind die  Strukturplanung, die Zeitplanung, die  Beschäftigungs- bzw. Kapazitätsplanung sowie die  Kostenplanung.

Innerhalb der Strukturplanung werden Abhängigkeitsbeziehungen dargestellt. Sie ist in drei Phasen untergliedert.

Strukturplanung

In Phase 1 wird das Projekt in Vorgänge und/oder Ereignisse zerlegt. Daraus folgend können drei Formen von Netzplänen als Ergebnis der Strukturplanung unterschieden werden, und zwar

  • vorgangsorientierter Netzplan
  • ereignisorientierter Netzplan sowie
  • gemischtorientierter Netzplan.

Ein vorgangsorientierter Netzplan dokumentiert die Abhängigkeiten zwischen Vorgängen und deren Zeitdauer. Ereignisse werden als Beginn bzw. Ende der Vorgänge definiert.

Beim ereignisorientierten Netzplan wird das Projekt in Ereignisse zerlegt. Vorgänge sind als Übergänge zwischen den Ereignissen zu verstehen.

Da sowohl vorgangsorientierte als auch ereignisorientierte Netzpläne praktisch nur selten konsequent durchführbar sind, wird zumeist mit gemischtorientierten Netzplänen gearbeitet.

Beim gemischtorientierten Netzplan wird das Projekt in Vorgänge und Ereignisse zerlegt.

Die Strukturplanung kann beliebig detailliert erfolgen, sodass eine immer tiefere Zerlegung von Vorgängen in Teilvorgänge praktiziert werden kann mit dem Effekt, dass mit zunehmender Detaillierung die Planungs- und Kontrollkosten steigen, die Korrekturkosten jedoch sinken.

Vorgänger-Nachfolger-Beziehungen

In der 2. Phase der Strukturplanung werden Vorgänge bzw. Ereignisse in sogenannte Vorgänger-Nachfolger-Beziehungen gebracht.

Betrachtet man zwei Vorgänge A und B, wobei A Vorgänger von B ist, begründen sich die folgenden vier Beziehungsarten:

Ende-Start-Beziehung: Vorgang B darf erst beginnen, wenn A beendet ist.

Start-Start-Beziehung: B darf erst beginnen, wenn A begonnen hat.

Start-Ende-Beziehung: B darf erst beenden, wenn A begonnen hat.

Ende-Ende-Beziehung: B darf erst beenden, wenn A beendet ist.

Ermittlung der parallel durchführbaren Vorgänge

In Phase 3 werden die parallel zueinander durchführbaren Vorgänge ermittelt.

Anschließend erfolgt die Abbildung der Ablaufstruktur des Projektes durch einen Netzplan.

Es ergeben sich zwei Möglichkeiten für die Darstellung der Ablaufstruktur im Netzplan:

  • Pfeilorientiert Ablaufstruktur: Die Vorgänge werden als Pfeile und die Ereignisse als Knoten dargestellt.
  • Knotenorientierte Ablaufstruktur: Die Vorgänge werden als Knoten, die Ereignisse dagegen nicht explizit dargestellt.

Zeitplanung, Planung der Termine

Die Zeitplanung beinhaltet die Planung der Termine auf Grundlage des Strukturplans. Gegenstand der Zeitplanung ist die Bestimmung
von Vorgangs- und Verknüpfungsdauern,  der Projektdauer und der Zeitreserven.

Unter den Zeitreserven versteht man die Puffer- und Schlupfzeiten.
Die Pufferzeit eines Vorgangs gibt an, um welchen Zeitraum die Vorgangsdauer verlängert werden kann, ohne dass die Projektdauer überschritten wird.

Die drei Phasen der Zeitplanung sind:

  • die Schätzung der Vorgangs- und Verknüpfungsdauern
  • die Berechnung der frühesten und spätesten Zeitpunkte sowie
  • die Bestimmung der Zeitreserven.

Die Ergebnisse der Zeitplanung werden auf folgende Weise im Netzplan grafisch dargestellt:

  • Vorgangsdauer am zugehörigen Pfeil
  • früheste und späteste Zeiten im Knoten.

Beschäftigungs- und Kapazitätsplanung

Im Aufgabenbereich Beschäftigungs- bzw. Kapazitätsplanung und die Kostenplanung der Netzplantechnik erfolgt die Planung der minimalen Projektdauer und der Kapazitätsbeanspruchung je Zeiteinheit auf Grundlage der Struktur- und Zeitplanung.

Ferner wird die Planung der kostenminimalen Projektdauer durchgeführt.

Zur erfolgreichen Planung eines Projektes müssen auch die Produktivfaktoren und die Kosten berücksichtigt werden.

Das bedeutet, dass neben der Zeitplanung auch eine Bereitstellungs- und Einsatzplanung für Werkstoffe, Arbeitskräfte und Betriebsmittel erfolgen muss.

Anwendung der Netzplantechnik

Die Anwendung der Netzplantechnik erfolgt auf der Basis der Projektphasenplanung in Anlehnung an den Projektstrukturplan.

Von Nutzen ist diese Methode jedoch nur dann, wenn das Projekt eine gewisse Komplexität aufweist.

Bei weniger komplexen Projekten kann auf die Netzplantechnik verzichtet und – insbesondere wenn es um die Zeitplanung geht – beispielsweise mit Balkendiagrammen gearbeitet wird.

Meilensteine Bedeutung

Am Ende einer jeden Phase des Projektprozesses liegen neue Ergebnisse vor, die es auszuwerten gilt. Ist man nach der Überprüfung der Ergebnisse (Review) zu der Erkenntnis gekommen, dass die vorliegenden Ergebnisse mit den zuvor definierten Zielsetzungen übereinstimmen oder zumindest keine erheblichen Mängel aufweisen, so wird ein Meilenstein gesetzt.

Meilensteine sind als Schnittstellen zwischen Projektphasen zu verstehen. Ihnen sind konkrete und überprüfbare Ergebnisse zu entnehmen, die für den Übergang in die nächste Projektphase relevant sind.

Meilensteinen dienen unter anderem:

  • der Feststellung, ob Teilergebnisse erreicht worden sind
  • der Information der Entscheidungsgremien, z.B. der Entscheidung über den weiteren Projektverlauf
  • der Vorgabe von Daten, die für die folgende Phase notwendig sind oder auch dem Projektbericht.

Meilensteine können nach folgenden Kriterien definiert werden:

  • Start- und Abschlussereignisse in Bezug auf das Gesamtprojekt, einzelne Projektphasen, Teilprojekte oder Einzelaktivitäten
  • Test- und Lieferereignisse oder
  • Planungsnahtstellen.

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